Übersicht

Feierlicher Durchschlag im Cornberger Bahntunnel

Feierlicher Durchschlag im Cornberger Bahntunnel

 

                            

Ein weiterer Meilenstein im Großprojekt „Cornberger Tunnel“ der Deutschen Bahn, vertreten durch die DBInfraGO, wurde am 29.09.2026 erreicht: der Tunnel-Durchschlag mit anschließender gemeinsamer Feier aller Beteiligten.

Zwar war der eigentliche maschinenmäßige Durchschlag schon vor zwei Wochen gewesen, nun holte man es als symbolischen Akt mit anschließender Feier nach, ähnlich wie beim Haus-Richtfest.

Über 100 Beteiligte an diesem Tunnel-Bauprojekt , ob DB-Planer und -Mitarbeiter, Baufirmen, Mineure, Zulieferer, Sachverständige, Transporteure, sie alle waren geladen und versammelten sich am Westportal, der Tunnelöffnung Richtung Rautenhausen.

Vorbereitend für den feierlichen Akt hatte man die Tunnelöffnung wieder mit einer dünnen Spritzbetonwand geschlossen. Überall hingen Banner mit Hinweisen der bauausführenden Firmen, die hier als ARGE (Arbeitsgemeinschaft BEMO, Subterra, Stutz, Rädlinger) fungieren, aber auch deren Sub-Firmen  (wie z.B. der heimische Transporteur Fa. Beisheim aus Bebra).    Eine Musikanlage, Solosänger, Rednerpult mit seitlich stehender hölzerner, handgeschnitzter Barbarastatue, ein Kreuz aus Baustahl, alles passte zusammen. Es waren sogar Arbeiter und Mineure mit T-Shirts gesehen worden, die Schriftzüge dieser Durchschlagfeier trugen.

                                                         

Zu Beginn gab es eine kleine gemeinsame Andacht der  evangelischen und katholischen Geistlichen aus Bebra: „Wenn der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen.   Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst“.  Diese beiden Zitate beschreiben  die Ehrfurcht der Bergleute und Mineure vor der Gunst Gottes und dem Streben nach Unfallfreiheit in symbolischer Form der  heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Als irdische Vertreterin der heiligen Barbara tritt die Tunnelpatin auf, hier wurde die Bürgermeisterin von Cornberg, Frau Katja Gonzalez Contreras, dazu auserkoren. Daher hat der eigentliche „Cornberger Tunnel“ als Arbeitstitel auch den Namen „Katja-Tunnel“.  .

„Die Bahn verbindet“.., so beschrieb der DB-Projektkoordinator Herr Dipl.-Ing. Joos diese Streckenverbesserung durch den Neubau des Cornberger Tunnels gegenüber dem wirtschaftlich abgängigen Alttunnel. Er lobte den schnellen Vortrieb mit gleichzeitiger guter Qualität, die dafür eingespielten Teams und die gute Sicherheit, derzeit noch unfallfrei. Insbesondere die Mineure wurde hervorgehoben, die in 12-Stundenschichten jeweils 10 Tage hintereinander arbeiten würden, um dann für 5 Tage heimzufahren, teils bis in über 700 km Entfernung. Derzeit erfolgt der Strossen– und Sohlvortrieb von der östlichen Tunnelöffnung (Richtung Cornberg)  her, im Nachgang folgt nach die Folienauskleidung der Tunnelwände sowie der Einsatz des Tunnel-Schalwagens zum Betonieren der glatten Innenschale.

 

Für den Bebraer Bürgermeister Knoche war es ein besonderer Tag, dient doch der Tunnelneubau der Infrastrukturverbesserung, auch für Bebra als wichtiger  Eisenbahnknoten. Obwohl der Tunnel und auch der ehemalige Bahnhof auf Bebraer Stadtgebiet lägen, gönnte er es der Cornberger Bürgermeisterin,  als Tunnelpatin zu agieren. Als Bonbon lud er die Mineure sogar nach Bebra auf ein Bier ein, er machte Werbung für die Bebraer Kirmes.

Herr Busch als Sprecher der bauausführenden ARGE teilte technische Details  dieses 681 m langen Tunnelbauwerkes mit: bis zu 13 m Aushubbreite, ca 10-60 m Überdeckung, Abstand etwa 10 –30 m parallel zum Altbauwerk. Die Baustelleneinrichtung war im Dezember 2025, erster Kalottenabschlag erfolgte ab dem 24.April diesen Jahres. Mit 4 Sprengungen je Tag in Zugbetriebspausen schaffte man  maximal 10,50 m Vortrieb je Tag, bis zum jetzigen Durchschlag ist man bereits 50 Tage schneller als geplant, ein wahres Meisterwerk an Koordination der vielen Gewerke und engen Zusammenarbeit untereinander , auch mit den verschiedensten Büros. ...und das bisher unfallfrei.

 

Zu Beginn des eigentlichen Durchschlags schlug Tunnelpatin Katja mit dem Pickel drei mal an die Spritzbetonwand, dann wurde  mit Hilfe eines Baggers von innen mit viel Getöse diese Zwischenwand durchbrochen, ein Durchgang freigelegt. Gleichzeitig zischten und knallten dann Raketen als Feuerwerk in den Himmel, Feuerfontänen zuckten an den Portalwänden.   Freude strahlend, mit der hölzernen Barbarastatue und mit Blumensträußen für die Tunnelpatin und Projektleiterin stiegen die Mineure durch den gerade geschaffenen Durchschlag nach aussen und gratulierten den Ehrengästen.

                                                

Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto mit allen Beteiligten durchschritten diese dann den matschigen, provisorisch gesicherten neuen Tunnel.

Als Überraschung hatten die ARGE-Baufirmen hinter der Durchschlagswand eine Theke aufgebaut. Es war  ein spezieller Tunneltrank kreiiert worden und nun schenkten sie den hochprozentigen Schnaps mit eigens zu der Durchschlagfeier entworfenem Etikett aus.

In der Wartungshalle für die Tunnelmaschinentechnik und  davor wurde zu einem reichhaltigen , rustikalen Buffet nach „hessischer Art“ sowie Grillbuffet mit abschließendem Dessert seitens der DB-Projektingenieurin Frau  Dipl.-Ing. Stefanie Wörndle gebeten. Mit der  Darreichung und Bewirtung waren die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des heimischen Gastronomiebetriebes „Kirschtraum“ aus Sontra beauftragt worden.

An einer österreichischen Theke, gefertigt aus breiten massiver Holzstämmen, gab es höherprozentige Spirituosen, am Ausschankwagen hopfenbasiertes.

In gemütlicher , geselliger Runde feierte man nun  diesen weiteren Meilenstein in der Erstellung des Cornberger Bahntunnels, bis er erst  in einigen Jahren in Betrieb gehen kann.

  

Text und Bilder: Helmut Reker

 

 

                       

 

Hier gehts zum ->  Bericht HNA vom 01.10.2026