Sandsteinmuseum Kloster Cornberg

Das Sandsteinmuseum Kloster Cornberg ist einzigartig und informiert in seinem geologisch-paläontologischen Teil über die Geschichte und die Entstehung des Cornberger Sandsteins. Der Cornberger Sandstein bildete sich vor etwa 250 Millionen Jahren in der Perm-Zechsteinzeit. Seit dem Mittelalter wurde dieses auch heute noch beliebte Material in einem Steinbruch hinter dem Kloster abgebaut. Eine nachgestellte Szene im Museum zeigt in einzelnen Schritten die Bearbeitung des Cornberger Sandsteins und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Das Modell einer maßstabgerechten Stratigraphie des Steinbruchs informiert über die geologische Vergangenheit in den letzten 250 Millionen Jahren. Bei der Bearbeitung des Sandsteins wurden immer wieder Fährten von Kleinsauriern aus dem Oberen Perm gefunden. Das naturnahe Diorama einer Naturlandschaft wie vor 250 Millionen Jahren mit lebensgroßen Tierplastiken veranschaulicht die Entstehung dieser in Paläontologen weltweit bekannten Fährtenplatten.

Zahlreiche Fossilien aus dem Kupferschiefer des Richelsdorfer Gebirges und dem Cornberger Zechstein vermitteln einen Eindruck von der Artenvielfalt der Meerestiere und Pflanzen. Der Kuperschieferbergbau ist genauso wie die Geschichte der Siedlung Cornberg im Sandsteinmuseum sehr anschaulich dargestellt, so dass für Interessierte ein Besuch in jedem Fall lohnenswert ist. 700 Jahre lang bauten Menschen in Cornberg Sandstein ab. Die Gewinnung und Verarbeitung von Steinen war lange Zeit reine Handarbeit, die körperliche Kraft und handwerkliches Können voraussetzte. Anders als in modernen Brüchen entstanden keine hohen Wände, sondern Stufen, die den Transport der Blöcke mit einfachen Hilfsmitteln noch ermöglichten. Die Weiterverarbeitung durch die Steinmetze fand im Steinbruch statt. Zunächst verwendete man nur unbehauene Bruchsteine für das Mauerwerk, wie an den Klostergebäuden zu sehen ist. Später traten Bossensteine an deren Stelle. Bossensteine sind rechteckige Quader, die mit dem Bossierhammer grob in Form gehauen werden. Die Fundamente von Fachwerkhäusern und Scheunen bestehen aus großen Sandsteinquadern. Für Gartenzäune, Wege, Treppen, Grabmale, Taufbecken und Altäre sowie den Bau von Kirchen benutzte man den Stein. Der harte Stein wurde auch als Mahl- und Schleifstein oder für Viehtröge verwendet. Anders als die meisten Sandsteine konnte er fein geschliffen und poliert werden, was ihn zu einem gefragten, widerstandsfähigen Bodenbelag werden ließ. Nicht zuletzt schätzen Künstler den Stein. Im Museum sind einige Arbeiten zu bewundern. Allerdings ist der Stein durch seine Härte nicht gerade einfach zu bearbeiten.

Öffnungszeiten Sandsteinmuseum

Anfang März bis Ende Oktober: Sonn- und Feiertage 14:00 – 17:30 Uhr
Sonderführungen in Museum und Steinbruch nach rechtzeitiger, telefonischer Vereinbarung für Gruppen ab 8 Personen – Renate Simon: 05650-286